Martin Munke, Miloš Řezník & Katja Rosenbaum [Hrsg.]:
Migration und Grenzraum im historischen Wandel

Böhmen, Sachsen, mitteleuropäischer Kontext

Zum Titel

Die aktuelle Relevanz der historischen Migrationsforschung resultiert aus der neuen Bedeutung dieses gesellschaftlichen Phänomens um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Es ist sicherlich kein Zufall, dass zeitgleich mit der Migration auch Themen wie Identität oder Grenze in der Forschung einen neuen Aufschwung erfuhren. Alle drei Bereiche werden schließlich häufig im gegenseitigen Zusammenhang untersucht. Die historische Migrationsforschung erhielt neue Ansätze, die sich zunehmend stark einerseits auf Lebenswelten historischer Akteure, andererseits auf Probleme der Integration, Assimilation und Akkulturation richten. Zugleich wurden neue Fragen an die Migrationsgeschichte des „langen“ 19. Jahrhunderts formuliert. Sie stellten die alltägliche Mobilität über die Grenze ebenso wie die kleinräumige Mobilität zur Diskussion.

Die Autoren des Bandes widmen sich den regionalen Aspekten von „großen“ und „kleinen“ Migrationsprozessen, vor allem im mitteldeutsch-böhmischen Grenzraum. Die Aufmerksamkeit gilt der Zeitspanne von der Frühen Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert bzw. bis zur Gegenwart. Gefragt wird, welche spezifischen Probleme und Folgen grenzüberschreitende Migrationen innerhalb der grenznahen Regionen hatten und welche Strategien, Erwartungen und Konsequenzen mit ihnen verbunden waren. Berücksichtigt werden Implikationen für die individuellen und kollektiven Identifikationsprozesse, die gegenseitigen Wahrnehmungen von verschiedenen Gruppen sowie für Prozesse der sozialen und kulturellen Aushandlung bei der Konstituierung teilweise neuer lokaler Gesellschaften. Im Vordergrund stehen kultur- und sozialhistorische bzw. historisch-anthropologische Herangehensweisen.

Inhalt

Vorwort

Stefan Garsztecki: Konzepte und Traditionen der Migrationsforschung. Aktuelle Untersuchungen zur polnischen Migration nach Deutschland.

Zdeňka Stoklásková: Migration und Staat. Österreich im 18. und 19. Jahrhundert.

Vratislav Doubek: Zum Wandel des tschechischen „kolonisatorischen Anspruchs“ im Osten.

Daniel Franzkowski – Stefanie Troppmann: Remigration ins Land der Väter? Die Entwicklung der in die Tschechoslowakei emigrierten Mitglieder der „böhmisch reformierten Kirchengemeinde Hussinetz“.

Falk Bretschneider: Migration durch Strafe. Stadt- und Landesverweis im sächsisch-böhmischen Grenzraum in der Frühen Neuzeit.

Lutz Vogel: „da diese Zunft bereits überfüllt sey“. Probleme der wirtschaftlichen Integration von Einwanderern in der sächsischen Oberlausitz im 19. Jahrhundert.

Frank Luft: Sächsische Einwanderung in das Ascher Gebiet um 1800. Ursachen und Auswirkungen.

Christian Espig: Aspekte regionaler Migrationsgeschichte am Beispiel des Fürstentums Reuß älterer Linie im späten 19. Jahrhundert.

Die Autoren des Bandes

Martin Munke, Miloš Řezník & Katja Rosenbaum [Hrsg.]:
Migration und Grenzraum im historischen Wandel.
Böhmen, Sachsen, mitteleuropäischer Kontext

Studien zur Europäischen Regionalgeschichte, Bd. 3
156 S. | 15,0 x 22,0 cm
250 g | Paperback
ISBN: 978-3-933816-62-7
1. Auflage 2014 | 38,00 EUR

Die Publikation dieses Titels wurde unterstützt im Rahmen des EU-Förderprogramms Ziel3/Cíl3.
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